DE Jazz-Fun, Jacek Brun (feb.2018)

Vor gerade einmal zwei Jahren veröffentlichten Pericopes +1 ihr Debüt-Trio-Album These Human Beings (Alfa Music) und gewannen damit die Aufmerksamkeit von Jazz-Größen und internationalen Medien gleichermaßen. Der US-amerikanische Tenor- und Sopransaxophonist Dave Liebman beschrieb das Album als «wundervolle, stilistisch breite und makellos gespielte Musik» und das Downbeat Magazin lobte ihre “deutlich spürbare Intention und große Kraft”. Das Album öffnete Pericopes +1 Türen zu neuen internationalen Bühnen und führte zu fünf Tourneen in ganz Europa, Großbritannien und den USA. Nun präsentieren Pericopes +1 ein ebenso originelles wie unwiderstehliches Folgealbum, das seinem Namen alle Ehre macht.
Auf Legacy bedienen sich Pericopes +1 einer ganz neuen, von der alternativen Popkultur der letzten Jahrzehnte inspirierten, musikalischen Palette: dynamische Grooves, ein klarer Fokus auf Rhythmen, Rhodes-Sounds und elektronische Effekte veredeln die kompositorischen Kunstgriffe der Band ohne die akustische Feinheiten zu überdecken. Wie der Name schon sagt, soll Legacy als Vermächtnis und gleichzeitig als Hommage an ikonoklastische Künstler, die ihre kreative Visionen auch angesichts großer Ungewissheit couragiert verfolgten, verstanden werden.
Der Grundgedanke für Legacy entwickelte sich während der Proben und auf Tour mit These Human Beings, und zu einer Zeit, in der gleich mehrere ‚Helden‘ der Popmusik starben. Künstler wie David Bowie, Prince, Chuck Berry oder Lemmy Kilmister setzten immer neue musikalische Trends, überschritten stilistischen Grenzen, sprengten einengende Rahmen, und prägten mit ihrem Schaffen auch die musikalischen Visionen von Emi, Alex und Nick. Im Geist dieser musikalisch offenen Soundwelten versuchen Pericopes +1 eine Vielzahl von Stimmungen, Stilen und ästhetischer Qualität zu verbinden, und dem Zuhörer Freiraum für eigene Interpretationen zu lassen.
Trotz der geografischen Herausforderung (Nick lebt in New York, Emi lebt in Italien, Alessandro lebt in Paris) fanden Pericopes +1 schließlich 2016 Zeit das Konzept für das Album zu verfeinern. Im ländlichen Pennsylvania (USA) und während der Masterclass-Residence an der University of Aberdeen (Scotland) zu Beginn ihrer Herbst-Tour 2016 nahmen die Ideen Form an und konnten an einem Live-Publikum getestet werden, bevor die Stücke in den Artesuono Studios in Udine, Italien aufgenommen wurden.

jazz-fun.de meint:
Grenzenloser Ausdruck der drei Musikern zeugt von einem unvergleichlichen Gespür für Rhythmen und Harmonien, einer einzigartigen Musikalität, und lässt den Hörer angesichts des Grades an Instrumentbeherrschung und Feingefühl so sprach- wie atemlos zurück. Das Album transportiert einen Wandel von ansteckender Energie hin zu der Sanftheit einer Trio Band. Ein purer Genuss!