DE Jazz’n’More, Ruedi Ankli (feb.2019)

Francesco Diodati kennt man nördlich der Alpen seit 2013 als Gitarrist in Enrico Ravas Tribe. Mit seiner eigenen Band Yellow Squeeds dürfte er mit diesem dritten Album “Never The Same” endlich die verdiente Aufmerksamkeit auf sich ziehen, denn es ist ungewöhnlich originell und innovativ. Das Quintett mit der Bläser-starken Besetzung – statt E-Bass wirkt hier die Bass-Tuba von Glauco Benedetti – versucht hier “eine Vertiefung in die subjektive Wahrnehmung, die gemeinsame Arbeit und die unendlichen Transformationen, welche diese zwei Elemente generieren können, selbst in der einfachsten melodischen Linie”. Es geht dabei um die Überlagerung von verschiedenen Klang-Linien, die sich “verstricken”, sich unabhängig gebärden und doch untrennbar voneinander abhängen. Ein Paradebeispiel für solche Verstrickungen ist der Song “Entanglement”, in dem sich die Rhythmik permanent ändert und sich die paradox wirkende Aussage Diodatis in der Praxis durchaus als zugänglich entpuppt. Das Quintett versucht auch klanglich neue Wege zu erforschen, so setzen etwa Diodati und Morello in “Simple Lights” eine stattliche Anzahl Gongs ein. Aus dem verspielten Intro entwickelt sich ein rhythmisch komplexes Stück, wie es so nur ein gut eingespieltes Ensemble bringen kann.