DE musikansich.de, Wolfgang Giese (may.2019)

Die italienische Band Satoyama präsentiert uns eine Reise in den Magic Forest. Die Formation ist seit 2012 aktiv und nahm auch Musik für Kurzfilme und Serien auf. Diese Platte ist ihr drittes Studioalbum. Dank einer Information der Plattenfirma Auand Records bin ich nun in der glücklichen Lage, dieser Musik lauschen zu können.

Und diese Musik ist “anders”. Hinsichtlich der Instrumentierung könnte man auf Jazz tippen, aber auch auf typische Fusion mit einem Hintergrund im Gestern. Aber es geht über diese Tellerränder hinaus. Fusion ist es gewiss, eine Fusion, die Elemente von Rock und Jazz Rock aufgreift, dazu schwebt Prog Rock durch den Raum, und Trompetenfetzen lassen Assoziationen zu Mark Isham wach werden. Auch der ist bekannt für Filmmusiken, und so vollbringt es Satoyama auch bei mir, einen imaginären Soundtrack zu schaffen, für einen Film, der mir während des Hörens im Kopf entsteht.

Und so wird es wahr, der Eintritt in einen Magic Forest. Visionen, alte Bäume, die Geschichten zu erzählen wissen, verwunschene Gestalten inbegriffen, leichter bis starker Wind bläst durch die Szenerie, lässt Blätter und Gedanken wirbeln. Die beiden Solisten, Luca Benedetto an der Trompete, der mitunter eine nordisch klingende Stimmung erzeugt und der Gitarrist Christian Russano, der mit breitflächig schwebenden Klängen Elemente symphonischen Rocks einbringt, können sich austoben über dem dichten Rhythmusteppich von Bass und Schlagzeug.

So ist schließlich Musik entstanden, die wirklich einzigartig in dieser Form wirkt. Man mag sicher Einflüsse subsumieren können, das reicht in einer großen Palette von Rock mit Ausflügen zu Pink Floyd, zur Filmmusik des bereits erwähnten Mark Isham, aber auch hin zur Musik aus Skandinavien, zum Beispiel zum Esbjörn Svensson Trio (E.S.T.) oder Andeutungen aus symphonischer Musik der Klassik. Diese Spuren sind sensibel gemeinsam von allen Bandmitgliedern auf ein individuelles Gleis gebracht worden und fahren in eine Richtung von Fusion, die einen breiten Liebhaberkreis finden könnte, ob Jazzer mit Fusion-Neigung oder Prog Rocker, hier sollte man zufriedengestellt werden.

Als wohl typisch für den Sound kann man diese ständig schwebende und dezent verhallte Atmosphäre festmachen, die einzelnen Songs wirken letztlich wie eine Suite, deren einzelne Bestandteile nahtlos ineinander fließen, so dass ich keinen speziellen Anspieltipp vergeben möchte, dazu ist Alles wie aus einem Guss wunderbar verschmolzen worden. Und dabei ist ein wichtiger Aspekt dabei, das ist diese mitunter anspringend wirkende Schönheit der Musik.