DE Virgin Jazz Face, Christoph Giese (may.2015)

Einspiel-Besprechungen:
Das italienische Label AUAND
Der Italiener Marco Valente ist ein echter Musikliebhaber und Ästhet. Und deshalb gehören für ihn Musik und Design irgendwie zusammen. Deshalb sind die Veröffentlichungen seines kleinen, aber sehr feinen Labels AUAND schon optisch, mit interessanten Coverfotos geschmückt, ein Hingucker. Und das Hinhören lohnt sich ebenfalls! Denn AUAND präsentiert einen spannenden modernen zeitgenössischen Jazz. Aus Italien, aber nicht nur. Mit Gianluca Petrellas Album „X-Ray“ fing im Jahre 2001 alles mit AUAND an, dem Label, das sich auf seiner Internetseite mit folgenden Worten vorstellt: „Energy, Risk, Conviction and the Unexpected“. Wie wahr!
Inzwischen hat Marco Valente 51 Veröffentlichungen bei AUAND auf der Habenseite. Ein ganzer Schwung an frischen CDs ist nun erschienen. Darunter etwa „Frammenti“ des Gitarristen Marcello Giannini, der hier im Trio, unterstützt von einer ganzen Reihe an Gastmusikern, ein elfteiliges, packendes Soundpuzzle kreiert. „Heavydance“ von Andymusic, hinter diesem Bandnamen stecken Gitarrist Manlio Maresca, E-Bassist Giulio Scarpato und Drummer Enrico Morello, spielt ebenfalls mit Klängen – und Rhythmen. Und liefert dabei einen krachenden, rockigen, freigeistigen Jazz ab, der an seinen besten Stellen besser als jeder Energydrink aufputscht. Noch mal Gitarre: Saitenkünstler Giovanni Francesca hat unter anderem Trompeter Fabrizio Bosso als Gast für fünf Stücke seines Albums „Rame“ gewinnen können, das den Zuhörer in unterschiedlichste Jazzspähren mitnimmt, von rockig-goovig bis von Violine umspielt gefühlvoll.
Bassistin Caterina Palazzi und ihre Band Sudoku Killer zelebrieren auf „Infanticide“ ihre geniale Mischung aus Jazz, psychedelischem Rock und experimentellen Klängen während das Trio Steve Swallow (E-Bass), Ohad Talmor (Tenorsaxofon) und Adam Nussbaum (Schlagzeug) mit „Singular Curves“ fantasievoll und aufgeregt aufzeigen, dass diese Triobesetzung noch immer viel Glanz verströmen kann, wenn drei Meister wie hier am Werke sind.
Eine eigene, bislang sieben CDs umfassende Piano-Reihe hat AUAND ebenfalls im Programm. „Soundtrack Cinema“ des Pianisten Mirko Signorile ist eine dieser sieben CDs und eine geschmackvolle Hommage an die Welt des Films und der Filmmusik geworden.
Im Internet sind die CDs von AUAND alle unter www.jazzos.com zu bekommen.